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iPad – die zweite Chance

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Ich war ja ein begeisterter iPad Nutzer der ersten Stunde. Als ich noch in der Schule als Lehrer tätig war, hatte ich mein iPad immer dabei und brauchte den ganzen Tag keinen Computer. Ich bewegte mich hauptsächlich im Internet, vervollständigte das elektronische Klassenbuch, beantwortete eMails und spielte direkt über das iPad die Hörverständnisübungen im Englischunterricht ab. Mein Computer blieb meist zu Hause und diente mir als Arbeitswerkzeug für Medien- oder Schreibprojekte, zu denen ich tagsüber in der Schule ohnehin nicht gekommen bin.

Als ich dann meinen Lehrerjob gegen den Bürojob bei der Virtuellen PH eingetauscht habe, landete mein iPad schnell in der Ecke. Ich arbeitete viel mit Office-Anwendungen und musste auch tagsüber komplexe Aufgaben erledigen, denen das iPad schlicht nicht gewachsen war. Plötzlich waren auf einen Schlag sämtliche Anwendungsszenarien mit dem iPad verschwunden und ich wusste nicht, was ich mit dem iPad anfangen sollte. Im Märchen würden die ProtagonistInnen nun in einen hundertjährigen Schlaf fallen.

Drei Jahre später: Den Bürojob bei der Virtuellen PH habe ich immer noch. Die Computer sind kleiner geworden, transportabler – und ich bin eine Menge unterwegs. Meine Termine zu Besprechungen und Projekten machen mich an manchem Tag zu einem richtigen „digitalen Nomaden“; immer an meiner Seite: mein tragbarer Computer, derzeit ein Microsoft Surface 3. Ein tolles Gerät, zweifelsohne. Rechenpower wie ein Großer, dabei transportabel; mit dem 12“ Bildschirm groß genug zum komfortablen Arbeiten unterwegs.

Und doch: das Gerät „hängt sich an“, wie man so schön sagt. Zum Transport brauche ich eine Tasche, di groß genug ist. In vielen Situationen ist das Surface überdimensioniert, da sich meine derzeitige Arbeit zwischen eMail Programm und Webbrowser bewegt. Die meisten Plattformen, mit denen ich arbeite, sind rein webbasiert. Und: iPad Apps haben in meinem Eindruck in den letzten Jahren eine atemberaubende Entwicklung in Richtung Produktivität hingelegt. Microsoft hat sein Office-Paket in einer durchaus praktikablen Schmalspur-Version als App herausgebracht; spezielle Browser-Apps erweitern den Umfang des bordeigenen Safari wesentlich und Kalender, Mail und Co. waren immer schon brauchbar. Großes Plus nach wie vor für mich: der ständige Internetzugang via Mobilfunk.

Also habe ich mich nach einigem Nachdenken, nach einigem Hin- und Her dazu entschlossen, dem iPad noch eine Chance zu geben als Arbeitsgerät. Die Hoffnung: 90% meiner täglichen Arbeit sollten sich damit erledigen lassen, sodass ich auf Dienstreisen und an Tagen, an denen ich von Besprechung zu Besprechung fahre, die meisten Aufgaben zwischendurch erledigen kann ohne den größeren und schwereren Computer immer dabei haben zu müssen.

iPad mini 2 und Cover

Wie ihr seht, habe ich mich für das schlanke iPad mini 2 entschieden, das derzeit zu einem ganz guten Preis zu haben ist. Und damit das Ganze richtig produktiv wird, habe ich es in eine Hülle der Firma „The Snugg“ gesteckt; ein stabiles Cover nebst Bluetooth Keyboard in QWERTZ Layout. Diesen Blogbeitrag schreibe ich auf dem iPad mit der WordPress App und besagtem Keyboard und ich bin erstaunt, wie schnell ich damit tippen kann. Fast so schnell wie mit meinem Surface trotz der kleinen Tasten. Und das Beste: Diese „iPad-Laptop“ Kombi passt in meine Crumpler Gürteltasche, die ich schräg über den Oberkörper als Alltagstasche trage. Ein typischer Sitzungstag mit der kleinen Crumpler-Tasche und dem schnuckeligen „iPad-Laptop“? Ein Wunschtraum; der erste Eindruck ist überaus positiv und ich bin guter Dinge. Ich werde ausgiebig testen und berichten!

...passt sogar in meine Gürteltasche!


Eine kleine Entscheidung…

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light_between_oceans…kann Folgen haben, die schließlich das Leben ganz schön ins Wanken bringen und scheinbar noch so gefestigte Beziehungen gefährden können. Diese Erfahrung machen die ProtagonistInnen von M.L. Stedmans Debütroman „The Light between Oceans“ (2012), der auf Deutsch unter dem Titel „Das Licht zwischen den Meeren“ (2013) erschienen ist.

Austrialien, die Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts. Vor der Küste sorgen dutzende Leuchttürme dafür, dass die Schiffe nicht vom Kurs abkommen oder in brenzlige Situationen geraten. Es gehört viel dazu, in dieser Zeit als Leuchtturmwärter zu arbeiten: monatelang kein Kontakt zur Außenwelt, die Versorgungsschiffe kommen nur einige Male pro Jahr vorbei; Landurlaube gibt es überhaupt nur alle heiligen Zeiten. Tom Sherbourne ist einer dieser Männer. Zusammen mit seiner jüngeren Frau Isabel, die er zuerst gar nicht heiraten wollte, um ihr das Eremitendasein auf Janus Rock zu ersparen, lebt er in trauter Zweisamkeit, völlig abgeschottet von der Welt.

Die beiden sind glücklich miteinander und mit ihrem Leben; ein Wunsch bleibt ihnen jedoch verwehrt: ein eigenes Kind. Da wird eines Tages ein Boot angeschwemmt mit einem toten Mann darin und einem Neugeborenen. Der pflichtbewusste Tom ist schon dabei, die Meldung über das unerwartete Ereignis abzusetzen und Hilfe zu rufen, da überzeugt ihn Isabel, das Kind zunächst ein paar Tage lang aufzupäppeln. Aus Tage werden Wochen, aus Wochen Monate – und die kleine Lucy wird mit der Zeit das Kind der Sherbournes. Ihr Glück ist schier grenzenlos, bis die beiden erfahren, wo das Kind herkommt und warum es am Strand ihrer kleinen Insel angespült wurde…

Ein toller Roman, der eindrucksvoll das Leben des Leuchtturmwärters und die Herausforderungen, die dieser Beruf mit sich bringt, schildert. Stedman verwendet viel Zeit dafür, die ProtagonistInnen und deren Beziehungen zueinander sorgfältig zu zeichnen und ihnen Tiefe zu verleihen. Die Entscheidungen der handelnden Personen erscheinen schlüssig und aus ihren persönlichen Geschichten und Schicksalen heraus nachvollziehbar. Nicht immer war ich als Leser mit diesen Entscheidungen einverstanden, aber genau aus dieser Spannung heraus und der Frage „Hätte ich so gehandelt?“ ergibt sich die Anziehungskraft, die von dem Roman ausgeht und LeserInnen fesselt.

Wenn schon ein unterhaltsamer Thriller, …

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…dann zumindest einer von einem Meister seines Faches. Mit „Noah“ (2013) hat Sebastian Fitzek wieder einen packenden Roman geschrieben, der LeserInnen mit seinem Mördertempo kaum Luft zum Atmen lässt und sich dennoch mit Tiefgang von der Masse an Thrillern abhebt.

Noah ist auf der Suche nach sich selbst, nach seiner Identität, nach seinen Wurzeln und seiner Bestimmung. Er zieht als Obdachloser gemeinsam mit seinem Kumpel Oscar in Berlin umher und kann sich an nichts erinnern; nur, dass er angeschossen wurde. In brenzligen Situationen merkt Noah, dass er instinktiv Gefahren wittert und rein aus einem Reflex heraus Bedrohungen abwendet. Woher Noah seine Fertigkeiten hat und warum er sie sich aneignen musste, darüber hat er keine Anhaltspunkte in seiner Erinnerung. Ein Bild, veröffentlicht in einer Zeitung, legt erste Spuren in Noahs Gedächtnis frei. Auf der rasanten Jagd, die kurz darauf ihren Anfang nimmt, erschließen sich ihm immer weitere Spuren und Erinnerungsfetzen. Doch nichts auf der Welt hätte Noah auf die Wahrheit vorbereiten können, mit der er schließlich konfrontiert wird…

Fitzek führt seine LeserInnen gekonnt an der Nase herum, baut Erwartungen auf und legt falsche Fährten, die kurz darauf im Nichts verpuffen. Das grundlegende Thema seines Buches ist – wie schon in Andreas Eschbachs Roman “Herr aller Dinge“ – die wachsende Bevölkerungszahl auf der Erde, die damit verbundenen Problematiken, die Fitzek immer wieder beispielhaft vor Augen führt, und der verzweifelte Plan einer Geheimorganisation, das Bevölkerungswachstum zu stoppen…

Spannender Thriller, der zum Nachdenken anregt – besonders empfohlen sei auch die informative Website zum Buch!

Das Haus am See birgt ein Geheimnis,…

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51h-wehl4jl-_sl500_…das mich das ganze Buch hindurch beschäftigt hat. Und bin ich draufgekommen? Nein, keine Chance – dafür war Hannah Richells „The Shadow Year“ (2013) einfach zu gut konstruiert. Das Buch ist meines Wissens nach noch nicht auf Deutsch erschienen.

Worum geht es? In den 1980ern unternimmt eine Gruppe von Uni-AbsolventInnen einen Ausflug zu einem verlassenen Haus an einem See, auf das sie einer aus der Gruppe aufmerksam gemacht hat. Nach einem sorglosen Sommertag taucht eine Idee auf, erst zaghaft und belächelt, schließlich immer stärker und Raum einnehmend: Warum lässt sich die Gruppe nicht auf ein „Shadow Year“ ein, ein Jahr, das keineR vermisst, das ihnen geschenkt wurde, in dem sie noch einmal so richtig loslassen können – als verschworene Wohngemeinschaft im Haus am See?

Einige Wochen später ist es dann so weit und die Gruppe zieht mit Sack und Pack in das Haus, erfüllt es mit Leben, organisiert sich, verteilt Aufgaben und entwickelt eine Entscheidungsstruktur – allen voran der manipulative und charismatische Simon, der die Vision einer Kommune hat, einer kleinen verschworenen Gemeinschaft, die so anders ist als die von Macht, Geld und Hektik bestimmte Welt da draußen. Aber ist es wirklich so anders; ist die Idylle wahr oder machen sich die AussteigerInnen bloß etwas vor?

Gut dreißig Jahre später ist es wieder so weit – das Haus erhält erneuten Besuch. Diesmal ist es Lila, deren Ehe nach einer Fehlgeburt in Turbulenzen geraten ist und die per Post einen Schlüssel zugeschickt bekommt – den Schlüssel zum Haus am See. Auch Lila findet in dem Haus Trost und Kraft, baut sich selber Stück für Stück auf, während sie das alte Haus herrichtet und instand setzt. Aber eine gewisse Unruhe wird Lila nicht los; das Haus möchte ihr irgendetwas sagen, birgt ein Geheimnis. Und schließlich finden die beiden Zeitebenen zueinander und die Wahrheit kommt ans Tageslicht…

Eine tolle Charakterstudie mit detailliert dargestellten und runden, überzeugenden Figuren. Die Geschichte hält immer wieder Überraschungen parat und selbst manche der aufmerksamsten LeserInnen werden nicht von allein auf das Geheimnis kommen, das alle Ereignisse im Hintergrund zusammenhält. Leseempfehlung mit Sonnenfaktor, gerade passend im momentanen Eis und Schnee. ;)

Unterhaltsamer KlischeepsychologInnenthriller…

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…mit einer Reihe von eckigen-kantigen und auch zeitweise schrulligen Figuren – dieses Fazit kann ich zu Andreas Grubers Thriller „Todesfrist“ (2013) ziehen, der mir von einer Kollegin empfohlen wurde.

Eine Serie an rätselhaften Morden hält die Polizei in einer Reihe von deutschen Städten und Wien auf Trab. Es sind nur Frauen, die auf unterschiedlichste Weise – meist in Katakomben und Kellergewölben von Kirchen – ums Leben kommen. Gruber arbeitet in seinem Roman mit zwei Zeitebenen, die er geschickt einander gegenüberstellt und die in ihrer Gesamtheit erst nach und nach erahnen lassen, wer hinter den Verbrechen steht und vor allem warum.

Getragen wird die Handlung vom ErmittlerInnenpaar Kriminalbeamtin und Polizeipsychologe-Profiler, der unentwegt Marihuana raucht, um seinen Geist für den Fall so richtig zu öffnen – auch und gerade innerhalb von Polizeigebäuden, sei es nun in der Heimat Deutschland oder auf Besuch in Österreich. Dieses Paar zu verfolgen hat viel Spaß gemacht; ich würde mir wünschen, die beiden wieder einmal auf der Jagd nach VerbrecherInnen wieder zu treffen.

Die Handlung ist ungefähr so unrealistisch wie eine Mischung aus „Cobra 11, die Autobahnpolizei“ und „James Bond“. Besonders klischeehaft dargestellt scheinen mir die im Buch auftauchenden Psychologinnen und ihre Arbeitsweise, Sprache und Methoden. Aber mei, unterhalten hat mich die temporeiche und mit einem Augenzwinkern erzählte Geschichte – und das ist schon die halbe Miete! :)

Panem et circenses in einer dystopischen Welt…

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… ist das zentrale Element in Suzanne Collins „Hunger Games Trilogy“ (auf Deutsch: „Die Tribute von Panem Trilogie„), die ich in den ersten Tagen des neuen Jahres gelesen habe. Diese Trilogie besteht aus den drei Romanen „The Hunger Games“ (2008, auf Deutsch: „Tödliche Spiele“), „Catching Fire“ (2009, auf Deutsch: „Gefährliche Liebe“) und „Mockingjay“ (2010, auf Deutsch: „Flammender Zorn“). Die Bücher sind nicht gerade neu am Markt, aber ich habe inzwischen schon so viel von ihnen gehört. dass ich sie endlich auch lesen musste. Und ich wurde nicht enttäuscht!

Die Handlung spielt in einer fernen Zukunft, nach dem Ende der Welt, in einem dystopischen Land namens Panem. Rund um das Zentrum „Capitol“, in dem der Präsident und die Oberschicht ein luxuriöses, sorgenfreies Leben führen, sind zwölf Kolonien gruppiert, die das Capitol mit allen benötigten Gütern versorgen und deren Prestige in zunehmender Distanz zum Capitol abnimmt. Eigentlich waren es ja dreizehn Kolonien, aber einst lehnte sich die dreizehnte Region gegen das Capitol auf, der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, die Kolonie dem Erdboden gleichgemacht und die „Hunger Games“ wurden kreiert: jährlich stattfindende GladiatorInnenkämpfe, die die BürgerInnen von Panem stets daran erinnern sollen, wie sehr sie von den MachthaberInnen im Capitol abhängig sind und wie wenig Sinn es hat, sich aufzulehnen.

Die Strafe für den Aufstand der dreizehnten Kolonie: Jedes Jahr werden aus den Teenagern jeder Kolonie ein Junge und ein Mädchen gezogen, die in eine mit großem Aufwand künstlich angelegte Arena einziehen müssen, in der sie gegen allerlei Gefahren und GegnerInnen – aber vor allem gegeneinander kämpfen müssen, bis eineR von ihnen übrig bleibt – der/die dann mit Geld und Luxus überhäuft wird und dessen Land ein Jahr lang großzügige Essenslieferungen erhält. Begleitet werden die „Hunger Games“ von einer intensiven medialen Begleitung, die im Capitol auf großes öffentliches Interesse stößt und zu dessen Mitverfolgung die EinwohnerInnen der Kolonien zwangsverpflichtet werden.

So weit, so schlecht. Dreiundsiebzig Jahre lang geht alles mehr oder weniger seinen gewohnten Gang – bis zu Beginn des ersten Bandes der Trilogie schließlich zwei Jugendliche der zwölften Kolonie ausgewählt werden, die tief greifende Veränderungen in Panem herbeiführen werden: der Junge Peeta und das Mädchen Katniss, die freiwillig den Platz ihrer kleinen Schwester Primrose einnimmt, die eigentlich ausgewählt wurde. Es stellt sich im Laufe der Geschichte heraus, dass Peeta und Katniss weit mehr verbindet als die bloße Zugehörigkeit zur gleichen Kolonie. Und als in den Bänden zwei und drei zunehmend auch Katniss‘ bester Freund Gale in die Geschehnisse hineingezogen wird, entwickelt sich eine spannende und instabile Dreiecksbeziehung, die immer wieder für neue Wendungen sorgt. Der Spannungsbogen über die drei Bände ist schlüssig und führt unweigerlich und auch erwartbar zur Revolution in Panem, die im dritten Band, der zwar keine direkten „Hunger Games“ und keine Arena enthält, aber in seinem Aufbau und seinen Handlungsorten die vorangegangenen zwei Bände gekonnt wiederspiegelt, blutig und verlustreich bis zum Ende gekämpft wird.

Die drei Teile der „Hunger Games Trilogy“ lesen sich leicht, sind temporeich und spannend. Als Leser habe ich mich von der Autorin immer wieder in das Eck der EinwohnerInnen des Capitols gedrängt gefühlt, die den Fortgang der „Hunger Games“ gefesselt verfolgen und sich auf Kosten der Jugendlichen, die sie nur zu bereitwillig opfern, unterhalten. Das Buch wirft in seiner Handlung moralische und medienethische Fragen auf, die durch das intensive Leseerlebnis und die damit verbundene Selbsterfahrung der LeserInnen eindrucksvoll verstärkt werden. Schließlich gibt es in der heutigen Medienwelt zahlreiche Beispiele, die zwar (noch) nicht blutige Kämpfe auf Leben und Tod zeigen, aber doch moderne GladiatorInnen, die zur Unterhaltung des Publikums ihre Würde aufgeben und erhoffen, trotz unabwendbar mit ihrem Auftritt verbundenem Schaden vielfältiger Natur als SiegerIn und reich belohnt aus der Sache herauszugehen.

Ein weihnachtliches kriminalkomödiantisches Kammerspiel…

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Santa Cruise…bieten uns Mary und Carol Higgins Clark in ihrem Kriminalroman „Santa Cruise“ (2006), der den Schlusspunkt meiner weihnachtlichen Lektüre darstellt. Auf Deutsch ist das Buch unter dem wenig einfallsreichen Titel „Weihnachtsdieb auf hoher See“ herausgekommen.

Das Buch hat mich wirklich überrascht. Durch die räumliche Enge des Kreuzfahrtschiffs, auf der sich praktisch die ganze Handlung abspielt, sind die Wege der ProtagonistInnen und die Zahl der Unterschlüpfe, wohin sich jene zurückziehen, die nicht gefunden werden wollen, begrenzt. Nicht nur einmal habe ich die Handlung vor meinem inneren Auge wie eine dieser klassischen Verwechslungskomödien ablaufen sehen, bei denen sich die Figuren um Haaresbreite verpassen, wodurch eine Kettenreaktion an Folgeereignissen ausgelöst wird, die die Geschichte in Absurditäten treibt, die einen schmunzelnd und kopfschüttelnd Seite um Seite umblättern lassen.

Die Handlung selbst ist nicht wahnsinnig spannend; auch gibt es keine ungeklärten Ereignisse, die einen als LeserIn rätseln lassen. Aber es ist witzig, mitzuverfolgen, wie kunstvoll kriminelle Aktionen geplant und ausgeführt werden um am Ende dann doch vereitelt zu werden. Und viele der Figuren entwickeln eine Facette nach der anderen; Vorgeschichten werden plötzlich enthüllt und spielen eine Rolle. Bis zum Schluss hat mich das kurzweilige Buch auf diese Art und Weise gepackt. Von den beiden Autorinnen gibt es noch andere weihnachtliche Krimis, aber die hebe ich mir für nächstes Jahr auf!

Ein Weihnachtswunder braucht das vor sich hin schlafende…

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11521295…Londoner Traditionskaufhaus Hardy’s in der Tat; steht es doch knapp davor, von einer US-amerikanischen Kaufhauskette übernommen zu werden. Wenn die Umsätze nicht stimmen, sehen die Angestellten des Geschäfts einer ungewissen Zukunft entgegen. Soweit das Einstiegsszenario, das sich LeserInnen von Ali Harris‘ Debütroman „Miracle on Regent Street“ (2011) bietet. Das Buch wurde auf Deutsch unter dem Titel „Ein Weihnachtswunder zum Verlieben“ herausgebracht.

OK, es ist wieder eine Liebesgeschichte – zu Weihnachten scheint man sich überhaupt nur zwischen zwei Genres entscheiden zu können: Liebesgeschichten und Kriminalromanen. Selbst der Liebesgeschichten-Anteil ist um Eckhäuser besser gelungen als im zuvor gelesenen „Starry Night„. Richtig lesenswert machen dieses Buch aber die Handlungsfäden rund um die Rettung des Kaufhauses. Diese wird nämlich von der Protagonistin Evie initiiert und zu Beginn auch im Alleingang durchgeführt. Evie, das „Stockroom Girl“, die hinter den Kulissen arbeitet und nicht auf die Verkaufsebene zu den KundInnen darf. Evie, deren richtigen Namen eigentlich niemand kennt, sondern die von allen nur „Sarah“ genannt wird – wie ihre Vorgängerin auf diesem Posten. Evie, die im Schatten ihrer großen Schwester steht und deren Anwesenheit von allen als selbstverständlich vorausgesetzt wird – bis sie schließlich selbst den Weg ins Rampenlicht antritt.

Es ist die Geschichte eines Traums, die Geschichte vom Glamour vergangener Zeiten, von der Wiederentdeckung längst Vergessenem, von der Kraft und dem Zusammenhalt echter Freundschaft und davon, dass mehr Menschen einen kennen, respektieren und lieben, als man oft selbst erkennt… Typisch weihnachtlich eben. :)

OK… das Buch ist so kitschig wie…

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17910542… sein Cover. Und die Geschichte, die eigentlich ganz interessant beginnt, verliert im letzten Drittel deutlich an Tempo und reicht in ihren Wendungen und in ihrer Entwicklung nicht einmal an eine durchschnittliche Hollywood Komödie heran. Schade um das Buch „Starry Night“ (2013) von Debbie Macomber. Es dürfte noch nicht auf Deutsch übersetzt worden sein.

Worum geht es? Journalistin hat genug von den üblichen Aufträgen als Society-Reporterin und geht mit ihrem Chef einen Deal ein: Spürt sie den mysteriösen Buchautor auf, der sich nach dem Überraschungserfolg seines Erstlingswerks in die Einsamkeit Kanadas zurückgezogen hat und liefert sie ein Exklusivinterview mit ihm, kann sie sich frei aussuchen, welche Art von Artikeln sie in Hinkunft schreiben darf.

Die Suche, das Finden und die schrittweise Annäherung an den Autor ist wirklich nett beschrieben; auch die beiden Protagonisten sind in ihrer Entwicklung zueinander facettenreich herausgearbeitet. Natürlich ist die Handlung von Beginn an mehr romantisch als thrillig, aber zu Weihnachten darf es auch einmal ein bisschen mehr Stimmung sein.

Leider fehlt dem Buch aber ein richtiger Spannungsbogen – als die beiden (Achtung Spoiler!) sich schließlich zueinander bekennen und ein Paar werden, wird weder das Spannungsfeld, ob die Journalistin nun den Artikel schreiben soll oder nicht (wer schenkt wem das Vertrauen?), noch der Gegensatz zwischen der gewohnten Einsamkeit Kanadas und der Großstadtumgebung der Journalistin vernünftig abgehandelt. In einem schmalzigen Dahinlavieren vergibt die Autorin eine Chance nach der anderen, aus ihrem Liebesroman zumindest ein neugierig machendes Buch zu machen.

Und so endet der Roman lauwarm und unspektakulär und hinterlässt weniger Eindruck als eine Windbäckerei vom Weihnachtsbaum…

Eine im positiven Sinne merk-würdige und ziemlich unkitschige…

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Weihnachtsgeschichte erzählt das_winterkindReinhard Rohn in seinem Roman „Das Winterkind“ (2012). Der Protagonist, ein Schokoladenfabrikant, der vor den Scherben seines privaten und beruflichen Lebens steht, zieht sich Anfang Dezember verbittert in das Haus am See zurück, in dem schon sein Vater seine letzten Tage verbracht hat. Sein Plan: Sich am 24.12. umzubringen und bis dahin noch etwas Ordnung in sein Leben zu bringen.

Allerlei merkwürdige Ereignisse halten ihn davon ab, seinen ursprünglichen Plan zu verfolgen. So muss er sich mit einem Kind herumschlagen, das bei Wind und Wetter in kurzen Ärmeln um sein Haus herumschleicht, findet einen verletzten Vogel in seinem Garten und muss sich gegen missmutige Dorfbewohner behaupten. Und plötzlich steht auch noch sein ehemaliger Chauffeur vor der Tür, um ihn zurück in die Stadt mitzunehmen – er würde in der Firma gebraucht. Nun muss sich unser Held entscheiden zwischen einer Rückkehr ins alte Leben, mit dem er schon abgeschlossen hat, oder einer ungewissen Zukunft voller Rätsel…

Mir hat das Buch sehr gut gefallen – es ist natürlich keine tiefschürfende philosophische Abhandlung, aber doch eine kleine literarische Schneeflocke, die die Wartezeit auf Weihnachten verkürzt…